BfR: „Grillen mit Holzkohle ist nichts für den Innenraum!“

Ach Nee. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt davor, im Wohnzimmer zu grillen. Wer hätte das gedacht, oder, anders gefragt: Hat ernsthaft jemand geglaubt, er könne seinen Holzkohlegrill einfach im Innenbereich anwerfen?

Nun gut, das Bundesinstitut für Risikobewertung ist eine seriöse Einrichtung. Deshalb haben wir uns die Pressemitteilung genauer angeschaut. Und tatsächlich: Die Fachleute haben nicht untersucht, was offenes Feuer im Haus für Konsequenzen hat. Nein, die Bfr-Leute haben getestet, welche Mengen des giftigen Gases Kohlenmonoxid von sogenannten Indoor Grills freigesetzt wird. Diese speziellen Geräte arbeiten nicht mit offenem Feuer, sondern nur mit glühender Holzkohle. Nach Angaben des BfR entsteht dabei in zwei Stunden eine Kohlenmonoxidkonzentration, die zu Bewusstlosigkeit führt. Allerdings, und wir haben keine Ahnung, wie realistisch das ist, gehen die Experten von davon aus, dass 800 Gramm Holzkohle verwendet wird und der Raum nicht gelüftet wird.

Besser nicht im Wohnzimmer benutzen. Foto: Avda/Wikipedia, Bearbeitung SHN
Besser nicht im Wohnzimmer benutzen. Foto: Avda/Wikipedia, Bearbeitung SHN

Insofern ist die eigentliche Pressemitteilung des BfR nicht wirklich lustig, aber auch nicht großartig erhellend. Offen bleibt etwa die Frage: Nutzen tatsächlich viele Menschen Indoor Grills unter den vom BfR angenommen Bedingungen? Abgesehen davon führt die Überschrift ziemlich auf den Holz(kohle)weg. Gerade wenn man zuvor noch nie im Leben von Indoor Grills gehört hat, vermutet man doch: Was sind das für Komiker, die ihren Holzkohlegrill aus dem Garten ins Wohnzimmer schleppen und da erstmal ein Feuerchen anzünden? Wir waren übrigens nicht die Einzigen, die sich haben verwirren lassen, wie man an der Bebilderung auf Welt Online sehen kann. Wie die Teile tatsächlich aussehen? So zum Beispiel.

(Die Quellen sind im Text verlinkt.)

Günstiges Gemüse verkauft sich besser als teures

Ach Nee – Offenbar verkaufen sich nicht nur Waschmaschinen über den Preis. Wissenschaftler der Rand Corporation haben herausgefunden, dass das auch für gesunde Nahrungsmittel gilt. Günstige Gurken gehen im Supermarkt besser als teure Tomaten. Wir sagen: Echt jetzt? Wir sind keine Marketingexperten. Doch soweit wir das verstehen, sind günstige Preise und Rabatte schon lange ein probates Mittel, um Produkte besser zu verkaufen. Dass wir Kunden vielleicht öfter mal einen günstigen Salat statt eine unverschämt teure Tiefkühlpizza essen, das ist nicht gerade eine Mann-beißt-Hund-Nachricht.

Zum Hintergrund: Forscher der Rand Corporation haben untersucht, wie es sich auf das Einkaufsverhalten auswirkt, wenn Krankenversicherungen Rabatte für gesunde Lebensmittel vermitteln. In diesem Fall konnten Daten von 170.000 Haushalten aus Südafrika ausgewertet werden. Ob es nun eine gute Sache ist, healthy food mit Rabatten attraktiver zu machen, möchten wir in diesem Blogeintrag aber nicht beurteilen.

Quellen:
Pressemitteilung der Rand Corporation: Discounts on purchases of healthy foods can improve diets, study finds
Studie im Volltext: Roland Sturm et al. (2013). A Cash-Back Rebate Program for Healthy Food Purchases in South Africa. American Journal of Preventive Medicine, online.

Wer raucht und trinkt, hat am nächsten Morgen einen besonders üblen Kater

ACH NEE. Wir Autoren von StimmtHaltNicht nehmen keine Drogen, nie. Eine heiße Milch, ein gutes Buch, mehr brauchen wir nicht, um glücklich zu sein. Doch selbst wir wissen: Wer säuft und raucht, dem geht es am nächsten Tag meistens nicht so besonders. Wir hörten von Kopfschmerzen, Übelkeit und starker Müdigkeit.

Eine Studie, in der dieser Zusammenhang belegt werden soll, indem 113 Studenten zu ihren Erfahrungen befragt werden – die hätten wir nicht gebraucht. Genau eine solche Arbeit aber ist vor Kurzem im Journal of Studies on Alcohol and Drugs erschienen. Damaris J. Rohsenow vom Center for Alcohol and Addiction Studies der Brown University in Providence fragte sich, warum manche Suffköppe am nächsten Tag weniger von Hangover geplagt waren als andere. Sie vermutete, dass Zigaretten möglicherweise etwas damit zu tun gehabt haben könnten.

In der Original-Pressemitteilung heißt es:

„Researchers found that college students were more likely to report hangover symptoms after a heavy drinking episode if they smoked more heavily on the day they drank. […] At the same number of drinks, people who smoke more that day are more likely to have a hangover and have more intense hangovers.“

Wir hatten bereits erwähnt: Von diesem Effekt hatten wir schon mal gehört. Uns hätte interessiert, warum es ihn gibt. Dass man das nicht herausfindet, indem man Studenten nach ihren Trinkerfahrungen fragt, hätten wir auch vermutet.

Was sagt Expertin Rohsenow?

The how isn’t fully clear. But other research has shown that nicotine receptors in the brain are involved in our subjective response to drinking.

Aha. Oder eben: Ach nee.

Quellen:

Jackson, K. M., Rohsenow, D. J., Piasecki, T. M., Howland, J., & Richardson, A. E. Role of tobacco smoking in hangover symptoms among university students. Journal of Studies on Alcohol and Drugs, 74(1), 41. Online zugänglich unter: www.jsad.com/jsad/link/74/41
Pressemitteilung: www.eurekalert.org/pub_releases/2012-12/joso-smw120312.php

Ne Kneipe umme Ecke schadet dem Alkoholkonsum

ACH NEE… Gelegenheit macht Trinker. Das hätten wir uns auch ohne Studie gedacht. Aber hier habt ihr es noch einmal schwarz auf weiß:

So gehts für Nachbarn aus der Kneipe: Hintern wund, Nase rot und auf allen Vieren
So gehts für Nachbarn aus der Kneipe: Hintern wund, Nase rot und auf allen Vieren

Ist eine Kneipe um die Ecke, trinkt man öfter mal ein Bierchen, so eine wissenschaftliche Studie, die im Fachmagazin „Addiction“ veröffentlicht wurde. Die Autoren und sicher nächsten Nobelpreisträger kommen dieses Mal aus Finnland. Wie das Deutschlandradio berichtet haben sie mehr als 50.000 Finnen über sieben Jahre begleitet. Ihr Fazit: Bei Personen, die einen Kilometer näher an eine Kneipe zogen, stieg das Risiko zum schweren Trinker zu werden, um 17 Prozent. Gleiches galt übrigens scheinbar auch, wenn die Kneipe zu den Personen zog, sprich sich ein Barmann in der Nähe niederließ.

Danke für diese Ergebnisse, wir behalten nun die Nachbarschaft im Auge. Prost.Watch movie online The Lego Batman Movie (2017)

Quellen:
Artikel vom Deutschlandradio: http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=154905
Hier geht’s zur Studie: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1360-0443.2012.04053.x/abstract

Ach ja, als schwere Trinker definieren die Wissenschaftler Männer, die pro Woche mehr als 300 Milliliter reinen Alkohol trinken (entspricht zwölf Halbliterflaschen Bier) oder Frauen mit mehr als 200 Millilitern (acht Flaschen).

 

Am Strand: Sonne ist beliebter als Regen.

Ach nee. Australische Wissenschaftler haben herausgefunden, wann die meisten Menschen an den Strand gehen. Die Ergebnisse sind eine Sensation (Trommelwirbel). An den untersuchten Stränden war mehr los, wenn:

  • es nicht regnete,
  • ein leichter bis mittlerer Wind blies und
  • die Wellenhöhe nicht über als 1,25 Meter betrug.

(Puh, erst mal sacken lassen.)

Wir sind uns sicher: In der Tourismusbranche wird ein Umdenken stattfinden. Langfristig könnte sogar die Hauptreisezeit in den Sommer verlegt werden.Movie All Is Lost (2013)

Quelle:
Zhang F, Wang XH (2012). Assessing preferences of beach users for certain aspects of weather and ocean conditions: case studies from Australia. Abstract unter www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22661009
Via Discoblog

Gemeinsam einen Trinken stärkt den Zusammenhalt.

Foto: Schild "Bierstub", (c) www.stimmthaltnicht.deAch nee. Warum gibt es denn sonst Kneipen? Und das Oktoberfest? Eine extra Studie hätten wir nicht gebraucht, um zu ahnen, dass Alkohol Menschen sozialer macht. Nun denn: Forscher aus Pittsburgh haben herausgefunden, dass Menschen, die sich gemeinsam ein paar Gläschen genehmigen, mehr Lust haben, sich zu unterhalten. Außerdem lächeln sie öfter. Das ist nicht wirklich überraschend, finden wir. Naja, wir wollen nicht gemein sein: Die Studie ist vielleicht gar nicht schlecht (uns auf jeden Fall nicht zugänglich) – nur die Pressemitteilung, die ist sicher etwas „ach nee“.

Quellen:
Pressemitteilung der Association for Psychological Science, http://www.psychologicalscience.org/index.php/news/releases/moderate-doses-of-alcohol-increase-social-bonding-in-groups.html

Auf der Straße spielt die Musik.

ACH NEE. Manchmal kommen Wissenschaftler mit Studien um die Ecke, bei denen wir noch lauter „ach nee“ sagen als sonst. John Lee zum Beispiel hat herausgefunden: Autofahrer, die am MP3-Player herumfummeln, achten währenddessen nicht so genau auf den Straßenverkehr. Das ist vielleicht ein bisschen zugespitzt zusammengefasst, aber auch wenn man genauer hinschaut, sieht es nicht viel besser aus. Dann erfährt man, dass längere Playlists für größere Ablenkung sorgen als kurze. Offenbar können da auch besondere Zubehörteile nicht weiterhelfen, die eigentlich den Autofahrern die Konzentration aufs Wesentliche erleichtern sollen.Watch movie online John Wick: Chapter 2 (2017)

Quellen:
Pressemitteilung „MP3 song-searching can increase risk for drivers“ via EurekAlert.
Lee, JE et al. (2012). Scrolling and Driving: How an MP3 Player and Its Aftermarket Controller Affect Driving Performance and Visual Behavior. Published online before print January 10, 2012, doi: 10.1177/0018720811429562. Wer möchte, kann die Studie kostenlos nachlesen.

ACH NEE…

Wer hätte das gedacht: Teenager, die schwere Rucksäcke schleppen, bekommen Rückenschmerzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die jetzt in den Archives of Disease in Childhood veröffentlicht wurde. Wir freuen uns schon auf bahnbrechende Erkenntnisse wie: Wer wenig schläft ist öfter müde.

Pressemitteilung via EurekAltert!, www.eurekalert.org/pub_releases/2012-03/bmj-hrs031312.php