Hunde und Herrchen sehen sich immer ähnlicher (wie süß von ihnen).

StimmtHaltNicht. Zumindest gibt es dafür keine Belege. Wissenschaftliche Arbeiten, die diese Frage untersucht haben, sind uns keine nur wenige in die Finger gekommen. Keine davon stützt die These, dass sich Hunde und ihre Besitzer in ihrem Aussehen mit der Zeit immer ähnlicher werden. Und das, obwohl es Paris Hilton und ihre Chihuahuas gibt, obwohl Rudolf Moshammer und seine Daisy auch optisch ein verdammt gutes Gespann waren.

Eine der wenigen Studien zum Thema stammt von Nicholas Christenfeld und Michael Roy. Bereits 2004 erschien die Untersuchung „Do Dogs Resemble Their Owners?“ im Fachblatt Psychological Science.

Was wurde untersucht? Christenfeld und Roy fotografierten zunächst 45 Hunde und, getrennt davon, deren Herrchen. Die Bilder wurden so gemischt, das jeweils ein Hund, sein Besitzer und ein nicht zugehöriger Hund in einer Serie waren. 28 Studenten sollten dann jeweils das passende Paar bestimmen. 16 von 25 reinrassigen Tieren konnten die Studenten korrekt zuordnen. Bei Mischlingen klappte es nicht so gut: Die Studenten lagen öfter falsch als richtig.

Wichtig für unsere Fragestellung ist aber: Machte es einen Unterschied, wie lange sich Hund und Herrchen schon kannten? Die Antwort der Studienautoren: Es machte keinen Unterschied. Vielmehr vermuten Christenfeld und Roy, dass Menschen sich offenbar lieber Tiere zulegen, die ihnen bereits ähnlich sind.

Und auch selbst wenn Christenfeld und Roy einen angleichenden Effekt zwischen Hund und Herrchen festgestellt hätten, hätte dieser wohl nicht genügt, um unsere Frage wirklich zu beantworten. Denn tatsächlich machen 45 Hunde, ihre Herrchen und die Urteile von 28 Studenten keinen beeindruckenden statistischen Effekt aus. Die Stichprobe ist dazu einfach viel zu klein. Es gibt deutlich mehr Tier-Mensch-Paare auf der Welt. (In 4,9 Millionen Haushalten leben in Deutschland Hunde. Das sagen zumindest Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung von 2010.) Es kann deshalb sein, dass Christenfeld und Roy mit ihrer Studie einen Zufallsbefund abgebildet haben – und die meisten anderen Hunde ihren Besitzern nicht ähnlich sehen. Bis wir eine groß angelegte, methodisch einwandfreie Studie sehen, bleibt es deshalb dabei: StimmHaltNicht.

Quellen:
Roy MM, Christenfeld NJ (2004). Do dogs resemble their owners? Psychological Science  15(5):361-3.
Payne C, Jaffe K (2005). Self seeks like: Many humans choose their dog-pets following rules used for assortative mating. Journal of Ethology 23: 15-18.
GfK Panel Services Deutschland (2010). Siegeszug der Stubentiger.

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