Lebensmittelwarnung: Immer die gleiche Leier

SchonGanzGut – Wir von StimmtHaltNicht begrüßen es ja immer, wenn eine wissenschaftliche Einrichtung oder eine Behörde ihre Verlautbarungen abseits von Pressemitteilungen auch über andere, mutmaßlich modernere Vermittlungskanäle kundtut.

So halten wir es für eine schon ganz gute Idee, dass das – durchaus sinnvolle – Portal www.lebensmittelwarnung.de die Gefahren von indischer Käsecreme oder zur Gewichtsreduzierung ungeeignetem Kaffe auch über Twitter verbreitet. Gleichzeitig finden wir aber: Liebes BVL, das geht noch besser!

Wie wäre es denn, wenn Ihr nicht nur daüber informiert, dass es etwas Neues gibt, sondern auch darüber, um was es sich dabei handelt. Die Textpassage „Es wurde eine neue Warnung veröffentlicht. Sie finden die Warnmeldung unter lebensmittelwarnung.de/bvl-lmw-de/app…“ mag vielleicht beim ersten Mal gezogen haben, nach dem 10., 20., oder sogar 50. Tweet mit gleichem Wortlaut dürfte jedoch auch der letzte Follower vergraut sein. Auch die Gelegenheit wichtige Warnhinweise durch ein aussagekräftiges Stichworten bei Twitter und diversen Suchmaschinen für Verbraucher auffindbar zu machen, geht mit ein und demselben Wortlauf kräftig in die Hose.

Wie hätten wir’s gemacht? Gar nicht so anders. Einige kleinen Stichworte genügt unserer Meinung nach schon:

Falsch etikettiert: indische Käsecreme enthält Senf und Sellerie. lebensmittelwarnung.de/bvl-lmw-de/app…

oder

Sibutramin: Verbotener Wirkstoff in Kaffe zur Gewichtsreduzierung. lebensmittelwarnung.de/bvl-lmw-de/app…

Quellen:
www.lebensmittelwarnung.de/
https://twitter.com/LMWarnung

Statistik auf dem Prüfstand

StimmtHaltNicht – Das Ruhrgebiet ist das Armenhaus Deutschlands. Das impliziert der „Armutsbericht 2011“ des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. StimmtHaltNicht, sagen die drei Statistikexperten Gerd Gigerenzer, Walter Krämer und Thomas Bauer.

Die Aussage des Berichts sei irreführend. Er messe statt Armut lediglich die Einkommensungleichheit (Armutsgefährdungsquote) und lege darüber hinaus den falschen Vergleichsmaßstab (Medianeinkommen der Bundesrepublik Deutschland) an.

Aktion „Unstatistik des Monats“ gestartet

Der genaue Blick auf den „Armutsbericht 2011“ ist nur der Anfang: Mit der „Unstatistik des Monats“ wollen der Berliner Psychologe Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Krämer und der Essener Wirtschaftsforscher Bauer künftig jeden Monat eine Statistik und deren Interpretation genauer hinterfragen. Die Aktion soll nach eigenen Aussagen:

  • dazu beitragen, mit Daten und Fakten vernünftig umzugehen,
  • in Zahlen gefasste Abbilder der Wirklichkeit korrekt zu interpretieren und
  • eine immer komplexere Welt und Umwelt sinnvoller zu beschreiben.

Wir von StimmtHaltNicht freuen uns darüber und haben weiter ein Auge auf die Aktion.

Quellen:
Die PM zum Eintrag gibt es unter http://idw-online.de/de/news462076

 

Ein Turm aus Popcorn und Chips

AugenBlick. Der Super Bowl gilt in den USA als inoffizieller Nationalfeiertag. Beim wichtigsten Footballspiel des Jahres haben im vergangenen Jahr in Spitzenzeiten 162,9 Menschen zugesehen, im Durchschnitt immerhin 111 Millionen. In der Frankfurter Allgemeinen Sontagszeitung (leider nicht online) steht heute auch, was die Amerikaner dabei essen:

  • 4.000 Tonnen Popcorn
  • 14.500 Tonnen Chips
  • 3.600 Tonnen Guacamole

Das klingt beeindruckend. Wie viel das genau ist, konnten wir uns beim ersten Lesen nicht richtig vorstellen. Deshalb haben wir eine kleine Grafik gebastelt. Wie hoch wäre ein Turm aus 4.000 Tonnen Popcorn oder 14.500 Tonnen Chips?

Ein Turm aus Chips und Popcorn. Grafik: © stimmhaltnicht.de
Ein Turm aus Chips und Popcorn. Grafik: © stimmhaltnicht.de

Würde man die Chipstüten aufeinander stapeln, wäre der Turm nicht nur extrem instabil, sondern auch 16.571 Kilometer hoch. Die Popcorneimer kämen immerhin noch auf 2.799 Kilometer. Zum Vergleich: Die Raumstation Mir umkreiste die Erde in einem Abstand von etwa 390 Kilometern, der Mount Everest kommt auf 8,8 Kilometer.

Wen es interessiert: Was waren unsere Grundlagen?

  • Popcorn: Wir sind von Popcorneimern ausgegangen, in die 300 Gramm Popcorn passen und die dabei 21 Zentimeter hoch sind. Je nach Hersteller der Eimer können Höhe und Füllmenge auch etwas anders ausfallen.
  • Chips: In Deutschland werden Chips oft in Tüten mit 175 Gramm Inhalt verkauft. Wir haben gerechnet, dass die Tüten 20 mal 30 Zentimeter messen und zehn Zentimeter dick sind. Damit der Turm nicht zu hoch wird, haben wir sie auf der dünnsten Seite gestapelt (also da, wo sie zehn Zentimeter dünn sind).

Quellen:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 5. Februar 2012, Seite 20
Wikipedia-Eintrag zum Super Bowl (englisch): http://en.wikipedia.org/wiki/Super_Bowl

Außerdem interessant:
Lohnt es sich, Gastgeber des Super Bowls zu sein? www.npr.org: Podcast „Is Hosting The Super Bowl Worth It?“

Ein Bild sagt mehr … *

AugenBlick. Man muss das Rad nicht immer wieder neu erfinden. Deshalb machen wir an dieser Stelle auch nicht viele Worte, sondern verweisen auf ein paar tolle Bilder im Fachmagazin Science. Unter www.sciencemag.org/site/special/vis2011/ werden einige sehr beeindruckende Fotos, Illustrationen, Poster, Videos und Spiele vorgestellt. Das Schöne daran: Man muss kein Naturwissenschafts-Nerd sein, um seine Freude daran zu haben.

Bild aus Science: Illustration von Brustkrebszellen.

* Für diese Überschrift wurde ordnungsgemäß ins Phrasenschwein eingezahlt.