Solariumbesuche beugen Vitamin-D-Mangel vor

StimmtHaltNicht – Gerade ist uns nicht viel Sonnenlicht vergönnt. Morgens gehen wir im Dunkeln aus dem Haus, abends ist vor der Dämmerung nicht an Feierabend zu denken. Umso ärgerlicher, wenn es dann auch noch tagsüber regnet und schneit.

In dieser lichtarmen Zeit trifft wenig Sonnenlicht auf unseren Körper. Die Haut produziert nur wenig Vitamin D. Das ist aber wichtig für eine ganze Reihe verschiedener Funktionen (mehr dazu hier). Grund genug für manche Schlaumeier, eifrig die Nutzung von Solarien zu empfehlen. Der menschliche Körper benötige jetzt eine Extraportion UV-Strahlung, um seinen Bedarf an Vitamin D zu decken. Ein besonders krasses Beispiel gibt es etwa hier.

StimmHaltNicht sagt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS, www.bfs.de) in einer aktuellen Pressemitteilung*. „Kein Mensch sollte zur Vorbeugung eines Vitamin-D-Mangels ins Solarium gehen.“ Im Winter verbrauche der Körper zwar das gespeicherte Vitamin D. Wer sich im Sommer regelmäßig im Freien aufhält und sich ausgewogen ernährt, hat in der Regel jedoch ausreichend Reserven, so die Sicherheitsexperten.

Und viel mehr noch: Wer sich unters Solarium legt, hat mitunter bald ganz andere Probleme als einen Vitamin-D-Mangel: „Aktuellen Untersuchungen zufolge erhöht die Nutzung von Solarien das Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken“, so das BfS. Das gelte insbesondere bei Personen unter 35. Für Kinder und Jugendliche sind Solarienbesuche deswegen gesetzlich verboten.

Auf dieser Sonnenbank hat selbst das BfS nichts gegen das Auffüllen der Vitamin-D-Akkus.

Quellen:

PM des BfS: www.bfs.de/de/bfs/presse/pr13/pm01.html
UV-Bündnis: www.bfs.de/de/uv/uv2/uv_buendnis.html
Informationen zu Hautkrebs: www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/weitere-tumorarten/hautkrebs.php**

Krasses Beispiel wie Solarien empfohlen werden: www.sonne-fuer-alle.de/fileadmin/download/Fleigende_Blaetter/Sonne_ist_gesund2.pdf

Anmerkungen:

* Die Pressemitteilung wurde gemeinsam mit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG, www.derma.de) sowie dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD, www.uptoderm.de).
** Die beiden Autoren von StimmtHaltNicht haben mal für den Krebsinformationsdienst gearbeitet.

2 Antworten auf „Solariumbesuche beugen Vitamin-D-Mangel vor“

  1. Ich habe mal irgendwo gehört, dass es schon genügt wenn man täglich (also unabhängig von der Jahreszeit) 15 Minuten mit „freiem Gesicht“ und „freien“ Händen draußen Spazieren geht, um ausreichend Vitamin-D zu bilden.
    Und entscheidend ist ja wirklich, dass Vitamin-D, im Gegensatz zu z.B. Vitamin-C, gespeichert wird, wenn es im Sommer im Überschuss entsteht.

    Dafür braucht nun wirklich niemand ins Solarium 😉
    Aber die sehr krasse Werbung ist ja zum Glück doch schon 5 Jahre alt und seitdem hat sich ja auch rechtlich einiges verändert. Allein schon, dass die „Toaster“ mit ihrer UV-Strahlung unsere Sonner nicht mehr um Längen übertreffen.

  2. Hi nrsss,

    ja, die Werbung ist etwas älter. Leider gibt es jedoch auch aktuelle Beispiele die z.T. sogar wissenschaftlich anmuten: Ein Artikel in der Ärztezeitung könnte etwa neues Futter für Sonnenbank-Fans liefern (http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/803626/solarium-alle-zwei-wochen-fuellt-vitamin-d-akkus.html). In der Überschrift wird zwar noch auf mögliche Schäden hingewiesen, im Artikel selbst werden sie jedoch nicht weiter thematisiert. Krass, finden wir…

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