Cranberrysaft beugt einer Blasenentzündung vor

StimmtHaltNicht – Hilft Cranberrysaft gegen Blasenentzündungen? Das wurde in den vergangenen Jahren immer wieder diskutiert. Jetzt steht fest: Eine vorbeugende Wirkung von Cranberrysaft ist unwahrscheinlich. Das schreiben Wissenschaftler in einer systematischen Übersichtsarbeit, die jetzt in der Cochrane Library erschienen ist. Falls es doch einen Nutzen gebe, sei der in jedem Fall kaum der Rede wert und gelte auch nur für Frauen mit wiederkehrender Zystitis, wie Fachleute eine Blasenentzündung nennen.

Cranberrysaft
Cranberrysaft. Foto: StimmHaltNicht

In der bisher letzten Übersicht der Cochrane Library aus dem Jahr 2008 hatte es noch geheißen, Cranberrys könnten zumindest in begrenztem Umfang gegen Infektionen der Harnwege helfen. Jetzt sagen die Cochrane-Experten, dass ein Nutzen ziemlich unwahrscheinlich ist. Sie stützen ihre Aussage auf 24 einzelne Studien mit insgesamt 4473 Teilnehmern. Cranberry-Extrakte wurden entweder in Form von Saft, Tabletten oder Kapseln verabreicht. Zum Vergleich wurden Menschen herangezogen, die entweder glaubten, Cranberry-Produkte zu sich zu nehmen oder aber anderweitig behandelt wurden. Veröffentlichungen der Cochrane Collaboration geben einen guten Überblick über den aktuellen Wissensstand zu einer medizinischen Fragestellung.

Quellen:
Jepson RG, Williams G, Craig JC. Cranberries for preventing urinary tract infections. Cochrane Database of Systematic Reviews 2012, Issue 10. Art. No.: CD001321. DOI: 10.1002/14651858.CD001321.pub5. Abstract: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD001321.pub5/abstract
Pressemitteilung: www.eurekalert.org/pub_releases/2012-10/w-cjn101212.php#
Zum Weiterlesen: Blasenentzündung: Ärzte rätseln über Schutzwirkung der Cranberry, Spiegel Online. Der Text ist im Juli 2012 erschienen, die aktuelle Cochrane-Veröffentlichung fehlt deshalb. Trotzdem ein ganz guter Überblick.

Eiweißbrot am Abend hilft beim Abnehmen

StimmtHaltNicht – Wer abends eiweißhaltiges Brot genießt, nimmt – anders als es der Bäcker um die Ecke verspricht – im Schlaf nicht ab. Das sagen Ernährungsexperten und Verbraucherschützer.

Belege zum Eiweißbrot

Es ist nicht leicht eine gewichtsreduzierende Wirkung des eiweißhaltigen Brotes zu bestätigen oder zu widerlegen: Wissenschaftliche Untersuchungen, die das eine oder das andere geprüft hätten, gibt es nicht haben wir nicht gefunden. Wünschenswert wären Untersuchungen, in denen zwei möglichst ähnliche Gruppen miteinander verglichen werden. Die eine Gruppe isst abends das Eiweißbrot. Die andere Gruppe normales Brot. Nach einer festgelegten Zeit würde man dann kontrollieren, in welcher Gruppe die Testesser mehr abgenommen haben. Solange es diese Studien jedoch nicht gibt, muss es daher korrekt heißen: Dafür, dass das Essen sogenannter Eiweißbrote (über Nacht) das Gewicht reduziert, gibt es derzeit keine wissenschaftlichen Belege.

Vollkornbrot – doch eine Alternative zum Eiweißbrot?
Vollkornbrot – doch eine Alternative zum Eiweißbrot?

Da das nun aber ziemlich unbefriedigend ist, haben wir uns durch journalistische Veröffentlichungen gewälzt und geschaut, was unsere Kollegen schon so alles recherchiert haben. Insbesondere haben wir darauf geachtet, welche Positionen die Verbraucherzentralen und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung einnehmen. Deren Meinung hat für uns mehr Gewicht, als die von Bäckereiverbänden, Ernährungsberatern, Abnehm-Coaches oder irgendwelchen Doktoren à la Pape.

In den Medienberichten zeigt sich ein recht eindeutiges Bild

Der Hintergrund: Durch kohlenhydratreiche Kost steigt der Blutzucker- und Insulinspiegel, das ist bekannt. Auch klar ist, dass dadurch Fett eingelagert und nicht abgebaut wird. Das Guten-Abend-Brot enthält nun mehr Eiweiß und weniger Kohlenhydrate als die gängigen Sorten. Der Blutzucker- und Insulinspiegel steigt nach einer Eiweißstulle also auch entsprechend geringer an. Als Folge sollen über Nacht die Pfunde purzeln. Doch Experten zweifeln an dieser Therorie: „Man könnte ebenso gut um 18 oder 19 Uhr ein normales Abendbrot essen und danach nichts mehr. Dann ist der Insulinspiegel nach rund zwei Stunden auch wieder unten“, sagt zum Beispiel Karin Riemann-Lorenz von der Verbraucherzentrale Hamburg der Frankfurter Rundschau.

Doch hilft das Brot denn gar nicht beim Abnehmen? Wohl eher nicht, denn laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) kommt es bei einer Diät gar nicht darauf an, wann am Tag der Abnehmwillige welche Nährstoffe aufnimmt. Vielmehr zählt die gesamte Energiebilanz. Und insbesondere hier schneiden die eiweißhaltigen Brote nicht gut ab: „Sie haben oft mehr Kalorien als ein herkömmliches Brot“, sagt etwa Antje Gahl von der DGE der Stuttgarter Zeitung. Und Stiftung Warentest bestätigt: Das Eiweißbrot liefere bis zu zehn Prozent mehr Fett und Kalorien als herkömmliche Brote. Das Fett sei nötig, damit die Brote überhaupt zusammen kleben und aussehen wie Brote.

Fazit

Beim Abnehmen hilft das Eiweißbrot also eher nicht. Wem es aber schmeckt und wer bereit ist, fast den doppelten Preis eines normalen Brotes hinzublättern, kann dies natürlich tun. Hungrige mit Allergien sollten sich jedoch genau erklären lassen, welche Einweiße im Brot enthalten sind, sagt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW in der ZDF-Sendung Volle Kanne.

Genutze Quellen

www.fr-online.de/ratgeber/backwaren-eine-scheibe-eiweissbrot-am-abend,1472794,11898020.html
www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.eiweissbrot-ganz-schoen-fette-brote.466e8b4e-6d25-4000-bbeb-7ca9282d3d36.html
www.test.de/Eiweissbrot-Ueber-Nacht-abnehmen-4379385-4379389/
www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1636866/Eiweissbrot—ein-gesunder-Schlankmacher%253F#/beitrag/video/1636866/Eiweissbrot—ein-gesunder-Schlankmacher%253F
www.pixelio.de

„Nur von Bauer: Der erste Fruchtjoghurt Deutschlands ohne Gentechnik.“

StimmtHaltNicht. Bei der Bauer-Molkerei sind sie nicht die ersten, die gentechnikfreien Joghurt verkaufen. Jeder Joghurt, der das staatliche Bio-Siegel in Deutschland trägt, muss ohne Gentechnik hergestellt worden sein. Entsprechend verärgert ist offenbar die Biobranche. Und auch die Verbraucherzentrale hält die Werbung für missverständlich. Schließlich sei es nicht so, dass alle anderen Supermarkt-Joghurts mit Gentechnik hergestellt würden.

Was will Bauer eigentlich sagen? Gemeint ist tatsächlich nur, dass ihre Fruchtjoghurts die ersten konventionellen Produkte sind, die das Siegel „Ohne Gentechnik“ tragen. Um das zu erhalten, muss ein Prüfverfahren überstanden werden.

Screenshot: www.bauer-ohne-gentechnik.de, 23. Mai 2012.

Quellen:
Privatmolkerei Bauer: www.bauer-ohne-gentechnik.de/index.php
Portal der Verbraucherzentrale, www.lebensmittelklarheit.de/cps/rde/xchg/lebensmittelklarheit/hs.xsl/4597.htm