Digitale Medien machen dumm und aggressiv

StimmtHaltNicht. Machen Navis dumm, weil sie uns das Denken abnehmen, verkümmert unser Gedächtnis, weil wir Fakten in Clouds abspeichern oder googlen können? Der Psychologe, Hirnforscher und Bestsellerautor Manfred Spitzer meint: ja. In seinem neuen Werk „Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen“ warnt er vor schädlichen Folgen für Heranwachsende.

Die Kollegen von dasgehirn.info haben das Buch gelesen. Ihr Fazit: Solange Spitzer über konkrete Gefahren für Kinder und Jugendliche schreibt, belegt er seine Thesen nachvollziehbar. Doch was ist mit der eingangs zitierten Aussage, dass Internet, Computer und Smartphones auch für Erwachsene Teufelszeug sind? Gut belegt ist sie anscheinend nicht, wie der vollständige Beitrag der Hirnexperten zeigt.
Wir von StimmtHaltNicht denken nicht, dass das Internet grundsätzlich schlecht ist – schon weil wir darin so interessante Beiträge wie diesen finden.

Quelle: http://dasgehirn.info/aktuell/hirnforschung/der-sarrazin-kniff-mit-der-digitalen-demenz-4779

6 Antworten auf „Digitale Medien machen dumm und aggressiv“

  1. „Denn diese Erfindung wird der Lernenden Seelen vielmehr Vergessenheit einflößen aus Vernachlässigung des Gedächtnisses, weil sie im Vertrauen auf die Schrift sich nur von außen vermittels fremder Zeichen, nicht aber innerlich sich selbst und unmittelbar erinnern werden.“ Platon: Phaidros
    Bei jedem neuen Kommunikationsmedium wird derselbe alte Hut aufgewärmt. So gesehen machen die neuen Medien die Menschheit zumindest nicht schlauer^^

    Der Quellenlink funktioniert übrigens nicht, da hat sich noch ein http:// ans Ende geschlichen.

    1. Der Quellenlink ist korrigiert. Herzlichen Dank für den Hinweis.
      Wir sind jetzt doch neugierig: Vor welcher Erfindung hat denn Platon gewarnt?

      1. Ah sry,ich dachte das geht aus dem Zitat hervor, aber so alleine stehend ist es wohl ein wenig kryptisch. Es geht um die Schrift! Plato legt diese Worte Sokrates in den Mund, der ja auch tatsächlich keine Schriften hinterlassen hat. In Wahrheit ist es natürlich etwas komplexer und die Kritik geht wesentlich über das schlechtere Gedächtnis hinaus. (was mir bei Spitzer nicht der Fall zu sein scheint) Aber gerade dieser etwas simple Vorwurf ist es, der immer wieder vorgebracht wird, sei es bei Erfindung der Schrift, der Notenschrift, dem Buchdruck, Fotografie, Audioaufnahmen, Internet, Web 2.0 etc…
        All das wäre also abzuschaffen, wenn wir ein gutes Gedächtnis haben wollten 😉

        Zu Plato habe ich auf die Schnelle noch diesen brauchbaren Text gefunden: http://www.hdm-stuttgart.de/ifak/medienwissenschaft/medienkritik_medienwirkung/historische_medienkritik/medienkritik_bausch

  2. Passend in einer Kundenrezension auf der Verlagsseite dazu:
    „Unsere Kids sehen keine Umwelt mehr, weil sie nur den Blick auf ihre Handys, Smartphones und PCs haben.“

    Genau so war auch die Kritik, als mit massenhaften Aufkommen von erschwinglichen Büchern immer mehr Kinder zu lesen begannen. Sie lebten in Parallelwelten, würden von der Umwelt nichts mehr mitbekommen und ihre Nase nur noch in Bücher stecken.

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