Vitamin C hilft bei Erkältungen, Nahrungsergänzungsmittel sind gesund

StimmtHaltNicht – Weder hilft Ascorbinsäure bei einer akuten Erkältung, noch fördern Nahrungsergänzungsmittel bei normaler Ernährung die Gesundheit. Pfeift sich jemand dennoch irgendwelche Zusätze rein, tut er dies für die Katz‘ – oder im Fall von Vitamin C für die Toilette: zu viel aufgenommenes Vitamin C speichert der Körper nicht und scheidet es beim nächsten WC-Besuch wieder aus.

Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine, Spurenelemente oder bestimmte Fettsäuren werden zwar immer wieder als gesundheitsfördernd beworben, in der Regel sind sie dies aber nicht. Es handelt sich viel mehr um normale Lebensmittel. Per Gesetz dürfen sie keine pharmakologische Wirkung haben. Soll heißen: Anders als Arzneimittel, die den Körper und seine Funktionen beeinflussen, haben Nahrungsergänzungsmitteln keine besondere Wirkung. Ihr Zweck ist, dem Körper Nährstoffe zuzufügen. Darauf weisen immer wieder Experten wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR, www.bfr.bund.de) oder zuletzt die Redaktion von www.gesundheitsinformationen.de hin.

Wollt Ihr mehr zum Thema wissen? Gebt uns kurz Bescheid. Wir schreiben gerne noch ein paar Zeilen mehr. Gerade zum Thema Vitamin C gibt es hervorragende Studien.

P.S. Im Einzelfall können Nahrungsergänzungsmittel natürlich sinnvoll sein. Etwa bei Menschen mit Mangelernährung.

Quellen:
Das IQWiG hat evidenzbasierte Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln in einem Spezial zusammengefasst: www.gesundheitsinformation.de/merkblatt-nahrungsergaenzungsmittel.383.de.html
Das Bundesinstitut für Risikobewertung beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema; www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_nahrungsergaenzungsmitteln-10885.html

Hunde und Herrchen sehen sich immer ähnlicher (wie süß von ihnen).

StimmtHaltNicht. Zumindest gibt es dafür keine Belege. Wissenschaftliche Arbeiten, die diese Frage untersucht haben, sind uns keine nur wenige in die Finger gekommen. Keine davon stützt die These, dass sich Hunde und ihre Besitzer in ihrem Aussehen mit der Zeit immer ähnlicher werden. Und das, obwohl es Paris Hilton und ihre Chihuahuas gibt, obwohl Rudolf Moshammer und seine Daisy auch optisch ein verdammt gutes Gespann waren.

Eine der wenigen Studien zum Thema stammt von Nicholas Christenfeld und Michael Roy. Bereits 2004 erschien die Untersuchung „Do Dogs Resemble Their Owners?“ im Fachblatt Psychological Science.

Was wurde untersucht? Christenfeld und Roy fotografierten zunächst 45 Hunde und, getrennt davon, deren Herrchen. Die Bilder wurden so gemischt, das jeweils ein Hund, sein Besitzer und ein nicht zugehöriger Hund in einer Serie waren. 28 Studenten sollten dann jeweils das passende Paar bestimmen. 16 von 25 reinrassigen Tieren konnten die Studenten korrekt zuordnen. Bei Mischlingen klappte es nicht so gut: Die Studenten lagen öfter falsch als richtig.

Wichtig für unsere Fragestellung ist aber: Machte es einen Unterschied, wie lange sich Hund und Herrchen schon kannten? Die Antwort der Studienautoren: Es machte keinen Unterschied. Vielmehr vermuten Christenfeld und Roy, dass Menschen sich offenbar lieber Tiere zulegen, die ihnen bereits ähnlich sind.

Und auch selbst wenn Christenfeld und Roy einen angleichenden Effekt zwischen Hund und Herrchen festgestellt hätten, hätte dieser wohl nicht genügt, um unsere Frage wirklich zu beantworten. Denn tatsächlich machen 45 Hunde, ihre Herrchen und die Urteile von 28 Studenten keinen beeindruckenden statistischen Effekt aus. Die Stichprobe ist dazu einfach viel zu klein. Es gibt deutlich mehr Tier-Mensch-Paare auf der Welt. (In 4,9 Millionen Haushalten leben in Deutschland Hunde. Das sagen zumindest Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung von 2010.) Es kann deshalb sein, dass Christenfeld und Roy mit ihrer Studie einen Zufallsbefund abgebildet haben – und die meisten anderen Hunde ihren Besitzern nicht ähnlich sehen. Bis wir eine groß angelegte, methodisch einwandfreie Studie sehen, bleibt es deshalb dabei: StimmHaltNicht.

Quellen:
Roy MM, Christenfeld NJ (2004). Do dogs resemble their owners? Psychological Science  15(5):361-3.
Payne C, Jaffe K (2005). Self seeks like: Many humans choose their dog-pets following rules used for assortative mating. Journal of Ethology 23: 15-18.
GfK Panel Services Deutschland (2010). Siegeszug der Stubentiger.

Was ich bei Facebook nicht angebe, weiß Facebook auch nicht über mich.

StimmtHaltNicht – Soziale Netzwerke können die sexuelle Orientierung ihrer Nutzer berechnen. Oder welche Partei sie wählen. Das gilt auch dann, wenn jemand keine eigenen Angaben macht. Voraussetzung ist jedoch, dass genug „Freunde“ die entsprechenden Informationen freigegeben haben. Geheimnisse vorm Netzwerk? Pustekuchen!

Grafik: Facebook, Bild: Eva Künzel
Facebook: Was weiß das Netzwerk?

Und Experten gehen noch weiter: Glaubt man einer aktuellen Untersuchung sind nicht einmal die privaten Daten derjenigen sicher, die Facebook fernbleiben: Informationen von Mitgliedern sozialer Netzwerke lassen sich auf Nicht-Mitglieder übertragen. Es sei möglich, so die Studien-Autoren, etwa 40 Prozent richtige Vorhersagen über Bekanntschaften von Nicht-Mitgliedern zu treffen. Soll heißen: Auch wenn Du Dich nicht anmeldest – fast die Hälfte Deines Freundeskreises könnte das Netzwerk kennen. Die berechnete Vorhersage der Wissenschaftler ist 20 Mal besser, als wenn man raten würde.

Wie geht das? Das Stichwort heißt „Link prediction„. Vereinfacht haben die Forscher persönliche Informationen der Nutzer wie Freundschaftsbeziehungen und hochgeladene E-Mail-Adressbücher auf die Nicht-Nutzer übertagen. Verwendet haben sie dazu wohl ein „Standard-Verfahren des maschinellen Lernens“. Wies genau funktioniert ist für StimmthaltNicht zu hoch. Kenner können aber gerne einen Blick in die Studie werfen.

Soziale Netzwerke teilen die Gesellschaft in Mitglieder und Nicht-Mitglieder auf. Beziehungen zwischen Nicht-Mitgliedern, deren E-Mail-Adressen dem Netzwerk von Mitgliedern mitgeteilt wurden (rote Verbindunglinien), können anhand der beidseitig bestätigten Freundschaftsbeziehungen zwischen Mitgliedern (schwarze Linien) und ihren Verbindungen zu Nicht-Mitgliedern (grüne Linien) mit großer Wahrscheinlichkeit vorhergesagt werden. Abbildung: Ágnes Horvát
Beziehungen zwischen Nicht-Mitgliedern, deren E-Mail-Adressen dem Netzwerk von Mitgliedern mitgeteilt wurden (rote Verbindunglinien), können anhand der beidseitig bestätigten Freundschaftsbeziehungen zwischen Mitgliedern (schwarze Linien) und ihren Verbindungen zu Nicht-Mitgliedern (grüne Linien) mit großer Wahrscheinlichkeit vorhergesagt werden. ALLES KLAR? Abbildung: Ágnes Horvát

Bleibt noch der erhobene Zeigefinger: Die Untersuchung habe gezeigt, welches Potential soziale Netzwerke hätten, um Informationen über Nicht-Mitglieder abzuleiten. Insbesondere auch deshalb, weil die Netzwerke mehr Informationen als Kontaktdaten haben, etwa das Alter, den Beruf oder den Wohnort. Man müsse nun auch überlegen inwieweit Informationen genutzt werden dürften, für die es keine Freigabe der betroffenen Personen gibt.

P.S. Habt Ihr WhatsApp? Na dann gehört Ihr ja auch zu den Kollegen, die Ihren kompletten Freundeskreis „hochgeladen“ haben. Aber es gibt gute Nachrichten. Zumindest dieser Anbieter scheint (noch) nicht groß rumzurechnen.

Quellen:
PM zur Studie der Uni Heidelberg, http://idw-online.de/de/news475196
Horvát E-Á, Hanselmann M, Hamprecht FA, Zweig KA (2012): One Plus One Makes Three (for Social Networks). PLoS ONE 7(4): e34740. doi:10.1371/journal.pone.0034740, URL: http://www.plosone.org/article/fetchObjectAttachment.action;jsessionid=AB2B9709ACD97
746455CC512B7DAE995uri=info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0034740&represent
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Knoblauch hilft gegen Erkältungen.

StimmtHaltNicht. Eine Erkältung dauert mit Knoblauch genauso lange wie ohne. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler Elizabeth Lissiman, Alice Bhasale und Marc Cohen. Im Auftrag der Cochrane Collaboration werteten sie Studien aus, die den Einfluss von Knoblauch auf Erkältungen untersuchten.

Wobei Studien etwas zu viel gesagt ist: Die Forscher konnten für den Zeitraum von 1950 bis 2011 nur eine einzige Arbeit finden, die die Wirkung des Lauchgewächses untersucht hat und statistisch aussagekräftig war.* In dieser Untersuchung aus dem Jahr 2001 erhielten 146 Menschen entweder ein Knoblauch-Präparat oder ein vergleichbares Mittel ohne Wirkstoff. Wer sich in den zwölf Wochen der Untersuchung erkältete, wurde mit Knoblauch genauso schnell wieder fit wie ohne. Natürlich lassen sich aus einer einzigen Studie nur begrenzt Schlüsse ziehen. Um wirklich sichere Aussagen zu treffen, müssten andere Wissenschaftler zu ähnlichen Ergebnissen kommen.

Das gilt auch für ein weiteres Ergebnis, von dem die Cochrane-Autoren berichten: Insgesamt schienen die Knoblauch-Esser seltener an Erkrankungen zu leiden: 24 Erkältungen standen 65 in der Placebo-Gruppe gegenüber. Das würde zum guten Ruf, den das Lauchgewächs hat, passen. Er soll gegen krankmachende Mikroorganismen, Pilze und Bakterien wirken. Wie genau das funktionieren soll, ist noch unklar. Bevor man sich nun aber täglich große Mengen Knoblauch zur Vorbeugung reinpfeift, sollte man bedenken: Zu den Nebenwirkungen zählte ein strenger Körpergeruch.Movie Fifty Shades Darker (2017)

Wie kommen wir überhaupt im Frühjahr 2012 auf das Thema Erkältungen? Schon richtig, eigentlich passt das noch besser in Schniefnasen-Monate wie November oder Dezember. Aber vor kurzem haben wir haben ein BBC-Interview mit Edzard Ernst zum Thema Knoblauch gehört – und das wollten wir nicht für uns behalten. Ernst ist Professor für Alternativmedizin an der Universität Exeter, und außerdem ziemlich unterhaltsam. Den Link zum Podcast gibt es hier. Ab Minute 15:47 fasst Ernst seinen Wissensstand zum Thema Knoblauch zusammen.

Neben Erkältungen geht es in dem Beitrag auch um Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Darmkrebs. Ernst sagt: Dass Knoblauch ein bisschen gegen bekannte Risikofaktoren hilft, haben Studien (und da gibt es mehr als zu Schnupfen) gezeigt. Zur Behandlung taugt das Gewächs nicht – es könnte jedoch durchaus einen vorbeugenden Effekt haben. Eine große, randomisiert kontrollierte Studie mit Freiwilligen, die entweder Knoblauch oder Schein-Präparate nehmen und später (zum Beispiel nach 20 Jahren) auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht werden, gibt es aber noch nicht.

* Wen es interessiert: Die anderen Studien, die Lissiman und ihre Kollegen fanden, hatten methodische Mängel. Sie hatten keine Kontrollgruppe oder unterschieden nicht klar zwischen Grippe und Erkältung, sie waren nicht verblindet – konnten einen Placeboeffekt also nicht ausschließen – oder verglichen die Wirkung von Nasensprays mit Knoblauch-Einnahme, also Äpfel mit Birnen.

Quellen:
Lissiman E, Bhasale AL, CohenM. Garlic for the common cold. Cochrane Database of Systematic Reviews 2012, Issue 3. Art. No.: CD006206. DOI: 10.1002/14651858.CD006206.pub3.
Wikipedia-Eintrag zu Edzard Ernst: http://de.wikipedia.org/wiki/Edzard_Ernst
BBC-Podcast „Medical Matters“: www.bbc.co.uk/podcasts/series/medmatters

Zecken fallen von Bäumen und sollten mit Nagellack betäubt werden.

StimmtHaltNicht. Erstens: Zecken leben am Boden, im Gras oder im Gebüsch. Menschen können sie von dort abstreifen, im Vorbeigehen sozusagen. Zweitens: Wer eine Zecke entfernen möchte, sollte sie nicht vorher betäuben; weder mit Nagellack, noch mit Klebstoff, Zahnpasta, Alkohol, Öl oder sonst irgendwas. Es dauert nämlich einige Zeit, bis ein betäubtes Tier von selbst abfällt – und zwar länger, als sie direkt zu entfernen.*

Für diese Informationen mussten wir diesmal nicht selbst Studien wälzen: Wir haben sie in einem neuen Merkblatt auf www.gesundheitsinformation.de gefunden. Die Website ist, wenn man so will, der allgemein verständliche Teil des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Das bewertet den Nutzen und Schaden von Medikamenten und medizinischen Leistungen.

Zurück zu den Zecken: Die Redaktion von www.gesundheitsinformation.de hat in zwei Artikeln zusammengefasst, was es zum Thema Zecken und Krankheiten zu wissen gibt. Sie erklärt auch wie man die kleinen Tiere wieder los wird.

Was wir besonders spannend finden:

  • Zecken übertragen in Deutschland hauptsächlich Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Bei der FSME entzünden sich Gehirn oder Gehirnhäute.
  • Wie häufig die beiden Krankheiten durch Zecken ausgelöst werden, lässt sich nur schätzen. Genaue Zahlen liegen nicht vor.
  • Demnach erkrankt in Deutschland einer von 100 Menschen nach einem Zeckenstich an einer Borreliose.
  • Das Risiko, durch Zecken an FSME zu erkranken, ist geringer. Der Grund: Nur wenige Zecken tragen selbst das Virus, das die Erkrankung verursacht. Selbst wenn ein Tier das Virus hat, gibt es dieses bei einem Stich nicht in jedem Fall an Menschen weiter.
  • Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2011 etwa 400 FSME-Fälle gemeldet. Die meisten entfielen auf Bayern und Baden-Württemberg.

* Eine Sache ist vielleicht nicht sofort klar: Warum dauert es so lange, bis betäubte Zecken wirklich abfallen? Wir haben das nachgeschlagen: Zecken atmen sehr selten – nur drei bis 15 Mal pro Stunde. Und deshalb braucht es einige Zeit, bis es sie stört, dass ihnen Nagellack die Luft zum Atmen nimmt.

Quellen:
Gesundheitsinformation.de, Merkblatt Zecken und Text Zecken entfernen.
Pitches DW. Removal of ticks: a review of the literature. Euro Surveill. 2006;11(33):pii=3027. Die Studie kann man kostenlos einsehen: www.eurosurveillance.org/ViewArticle.aspx?ArticleId=3027

Lebensmittelwarnung: Immer die gleiche Leier

SchonGanzGut – Wir von StimmtHaltNicht begrüßen es ja immer, wenn eine wissenschaftliche Einrichtung oder eine Behörde ihre Verlautbarungen abseits von Pressemitteilungen auch über andere, mutmaßlich modernere Vermittlungskanäle kundtut.

So halten wir es für eine schon ganz gute Idee, dass das – durchaus sinnvolle – Portal www.lebensmittelwarnung.de die Gefahren von indischer Käsecreme oder zur Gewichtsreduzierung ungeeignetem Kaffe auch über Twitter verbreitet. Gleichzeitig finden wir aber: Liebes BVL, das geht noch besser!

Wie wäre es denn, wenn Ihr nicht nur daüber informiert, dass es etwas Neues gibt, sondern auch darüber, um was es sich dabei handelt. Die Textpassage „Es wurde eine neue Warnung veröffentlicht. Sie finden die Warnmeldung unter lebensmittelwarnung.de/bvl-lmw-de/app…“ mag vielleicht beim ersten Mal gezogen haben, nach dem 10., 20., oder sogar 50. Tweet mit gleichem Wortlaut dürfte jedoch auch der letzte Follower vergraut sein. Auch die Gelegenheit wichtige Warnhinweise durch ein aussagekräftiges Stichworten bei Twitter und diversen Suchmaschinen für Verbraucher auffindbar zu machen, geht mit ein und demselben Wortlauf kräftig in die Hose.

Wie hätten wir’s gemacht? Gar nicht so anders. Einige kleinen Stichworte genügt unserer Meinung nach schon:

Falsch etikettiert: indische Käsecreme enthält Senf und Sellerie. lebensmittelwarnung.de/bvl-lmw-de/app…

oder

Sibutramin: Verbotener Wirkstoff in Kaffe zur Gewichtsreduzierung. lebensmittelwarnung.de/bvl-lmw-de/app…

Quellen:
www.lebensmittelwarnung.de/
https://twitter.com/LMWarnung

Abnehmen: Am besten mit Artischocken-Drink

StimmtHaltNicht – Es wäre kaum der Rede wert, was amerikanische Wissenschaftler jetzt in einer Studie veröffentlicht haben: Wer abnehmen möchte, sollte weniger Kalorien zu sich nehmen. Wer viel isst, nimmt zu, wer entsprechend weniger isst, nimmt ab. Was in den menschlichen Körper hineingeht, muss schließlich irgendwo hin.

Wie gesagt, es wäre eigentlich kaum der Rede wert. Wenn man allerdings jemals im Halbschlaf die Fernsehkanäle durchschaltet hat und beim Teleshopping hängengeblieben ist, dann weiß man: Es gibt eine ganze Industrie, die das Gegenteil behauptet. Abnehmen, so wird suggeriert, kann man am besten, wenn man für 50 Euro (sensationeller Einführungspreis!) dreieinhalb Flaschen Artischocken-Drink kauft und die brav über Monate hinweg in sich hineinschüttet. Das stimmt halt nicht. Zumindest nicht so ganz.  Wenn man sein Geld gerne für Nahrungsergänzungsmittel zum Fenster hinauswerfen ausgeben möchte, kann man das natürlich tun. Sofern gleichzeitig die Kalorien-Aufnahme sinkt, nimmt man sogar ab.

Abstract der Studie: www.ajcn.org/content/early/2012/01/17/ajcn.111.026328
Bericht auf Spiegel-Online: http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,812221,00.html

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Kopfbälle machen doof

StimmtHaltNicht – bisher weiß man einfach nicht, ob Fußballspieler, die gerne auch einmal ihren Kopf benutzen, doof werden. Daran ändert auch die Ergebnisse einer Studie aus den USA nichts, die im Rahmen einer Poster-Session des alljährlichen Treffens der Radiological Society of North America (RSNA) in Chicago vorgestellt wurden: Wissenschaftler um Michael Lipton untersuchten 38 Männer, die seit ihrer Kindheit Fußball spielen. Die Forscher erhoben, wie oft die Amateur-Spieler den Ball mit dem Kopf trafen. Das Ergebnis: Häufiges Kopfballspiel war mit Hirnschäden verbunden. Dabei waren Bereiche betroffen, die unter anderem für Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Verhaltenssteuerung relevant sind.Movie Rings (2017)

Lassen sich die Ergebnisse übertragen? Kein Mensch kennt die Studie und die entsprechenden Details. Bisher hat nur das Albert Einstein College of Medicine eine Pressemitteilung veröffentlicht. Darin fehlen wichtige statistische Angaben. Das ist auch nachvollziehbar. Eine Pressemitteilung soll Journalisten anfixen und dazu bringen, über ein Thema zu berichten. Wer sich genauer mit der Kopfball-Studie auseinandersetzen möchte, der braucht tiefer gehende Antworten. Der muss wissen, nach welchen Kriterien die Wissenschaftler ihre Versuchspersonen ausgewählt haben. Wie verhindert wurde, dass Menschen, die möglicherweise unabhängig vom Fußball an Hirnschädigungen litten, die Ergebnisse verzerrten. Außerdem wäre es interessant, ob nicht auch andere Gründe für die Ergebnisse verantwortlich sein könnten. Vielleicht ist das Gefährliche nicht der Kontakt mit dem Ball, sondern der gelegentliche Zusammenstoß mit dem Kopf des Gegenspielers? Nicht schaden könnten auch Hinweise, warum die Forscher nur 38 Probanden untersuchten. Auf den ersten Blick scheint das eine zu geringe Zahl zu sein, um beim Freizeit-Kick zurückhaltender zu sein.

Quellen:
Abstact der Studie, http://rsna2011.rsna.org/search/event_display.cfm?em_id=11001570
Pressemitteilung, www.eurekalert.org/pub_releases/2011-11/aeco-fi111711.php
Bericht auf Spiegel-Online, www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,800597,00.html
Bericht der BBC, www.bbc.co.uk/news/health-15917035